Nach den Treffen vom > 22. und 24. August lud die Stiftung Zukunft Berlin zum dritten Mal zur Berlin Agora, um ihr > Thesenpapier 'Kultur und Stadtentwicklungspolitik' zu diskutieren und nun gemeinsam mit Kulturvertretern auch die Politik der Stadt mit den Vorschlägen zu konfrontieren. Der Einladung folgten neben den Politikern auch 300 interessierte Bürger, die den Saal des RADIALSYSTEM V an seine Kapazitätsgrenzen brachten.
Das Interesse am Thema spiegelte sich in der Diskussion wider, die von allen Seiten als nötig und inspirierend eingeschätzt wurde, zuweilen aber auch kontrovers geführt wurde. Einigkeit unter den Vertretern der Politik, Dr. Gregor Gysi (Die Linke), Prof. Monika Grütters (CDU), Volker Ratzmann (Bündnis 90/Die Grünen) und Dr. André Schmitz (SPD), wie unter den Vertretern der Kultur und Medien, Ulrich Khuon (Deutsches Theater), Matthias Lilienthal (Hebbel am Ufer), Folkert Uhde (RADIALSYSTEM V), Dr. Harald Jähner (Berliner Zeitung) und Rüdiger Schaper (Der Tagesspiegel) bestand darüber, dass die Vorschläge, die von den Moderatoren Dr. Volker Hassemer (Stiftung Zukunft Berlin) und Prof. Dr. Peter Raue (Rechtsanwalt) vorgestellt wurden, eine interessante und hilfreiche Grundlage für eine weitere Diskussion über die Kulturpolitik Berlins darstellen. Der konkrete Vorschlag, ein neues, gemeinsames Ressort 'Kultur und Stadtentwicklung' als Schritt zur Erschließung der Ressource 'Kultur' für Berlin zu schaffen, stieß bei den Politikern zumindest auf offene Ohren, wobei festgestellt wurde, dass die inhaltliche Ausgestaltung des Ressorts stark von der Person des Senators abhängt. Ein Kultursenator in Personalunion mit dem Regierenden Bürgermeister habe auch gewichtige Vorteile, die der Kultur in den vergangenen fünf Jahren zugute gekommen seien. Die Vorteile eines Kultur- und Stadtentwicklungssenator wurden jedoch klar gesehen für einen strategischen Politikansatz (z.B. um in den Bereichen Liegenschafts- und Mietenpolitik handlungsfähig zu werden, die beide übergreifend als essentiell für eine lebendige Kultur in der Stadt identifiziert wurden). Doch auch die Kultur selbst muss ihre Rolle noch finden. Ulrich Khuon stellte fest, dass kulturelle Institutionen zunehmend über die eigene Existenzsicherung hinaus denken und sich mit dem kulturellen Leben der Stadt verknüpfen müssen. Die Initiatoren des Papiers sahen sich nach der Diskussion in ihrer Auffassung gestärkt, dass die Politik nicht nur die Kultur als entscheidende Ressource für die Zukunft der Stadt wahr- und ernst genommen hat, sie betonten auch, dass Berlin mit diesem Schritt ein Vorbild im Sinne eines Modells neugedachter Politik für andere Städte sein kann.Thesenpapier 'Kultur und Stadtentwicklungspolitik' zum download:
Bei Interesse an dem kompletten Audio-Mitschnitt können Sie gerne an fragen@berlin-agora.de mailen.
Vom Wut- zum Mut- zum Meisterbürger!
Bis zur Bürgermeisterwahl am 18. September entsteht auf dem Deck des RADIALSYSTEM V die "Berlin Agora": ein Angebot und eine Einladung zu gelebter Partizipation, eine Plattform für die vielfältigen Stimmen, Meinungen und Positionen Berlins. Sie können selbst als Gastgeber aktiv werden und eine Veranstaltung eigenverantwortlich gestalten - oder als Gast teilnehmen: Herzlich Willkommen!
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